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Der Seele Trost spenden, Leid für einen Moment lindern, „in eine bessere Welt entrücken“ – wohl keine der Künste vermag dies umfassender als die Musik. Alban Bergs Violinkonzert entstand 1935 in einem Moment tiefer Erschütterung: Manon Gropius, die achtzehnjährige Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, stirbt an Kinderlähmung. Berg, zutiefst getroffen, schreibt innerhalb weniger Wochen ein Requiem für sie – und für die Vergänglichkeit des Lebens überhaupt. Das Violinkonzert mit dem Beiname „Dem Andenken eines Engels” zitiert einen Bach-Choral, verflechtet Zwölftonmusik mit romantischer Wärme und endet in einer Stille, die lange nachhallt. Genau das ist es, wofür Arabella Steinbacher spielt: „Angeberstücke sind nicht mein Fall. Mir ist es wichtig, mit Musik die Menschen zu berühren." Mit Berg hat sie dafür das richtige Werk gefunden.
Den Abend eröffnet Ferruccio Busonis „Berceuse élégiaque" – eigentlich ein Wiegenlied, doch eines, das der Komponist für seine sterbende Mutter schrieb. Zart, schwebend, kaum greifbar. Ein Flüstern vor dem großen Abend.
Den Schluss setzt Brahms mit seiner Vierten Sinfonie – seiner letzten. Ein Werk, das er selbst als sein düsterstes bezeichnete, das aber gerade darin seine ungeheure Kraft entfaltet. Herb, melancholisch, unausweichlich – und am Ende von einer Wucht, die einen förmlich aus dem Sitz reißt.
Am Pult steht Josep Pons – der gefeierte katalanische Dirigent, der seit dieser Saison als neuer Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie die Fäden in der Hand hält. Pons ist bekannt für seine Leidenschaft, sein Gespür für Klangfarben und seinen untrüglichen Instinkt für das Wesentliche. Mannheim erlebt ihn hier erstmals – ein Debüt, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Mit musikalischen Grüßen
Ihr Dr. Leander Hotaki & Reinhard Söll